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Zugehört: Krümelmucke, Ohrwurmalarm made in Essen

Aus aktuellem Anlass möchte ich euch heute meine neueste „Lieblings-Kinder-Musik“ vorstellen: Die Krümelmucke. Am 19. September 2015 habt ihr nämlich auf dem Burgplatz in Essen die Möglichkeit, Krümelmucke live on stage zu hören:

KONZERT KRÜMELMUCKE-PROJEKT
19. September
Burgplatz, Essen
Beginn: 12.30 Uhr

 

Beim Ruhrkind zeigte sich schon in frühen Lebensmonaten Musikbegeisterung: Ein wildes Hin- und Herzgezappel mit Armen und Beinchen sobald gesungen, getanzt oder Musik gehört wird. Was lag da näher für mich, als mit dem Baby einen Musikbabykurs zu besuchen. Spätestens seitdem gehört Musik bei uns zum Tagesprogramm. In der Regel in einer der Nachmittags- oder frühen Abendstunden lauschen wir den Klängen diverser CDs oder ich singe einfach lauthals selber. Manchmal ist das klassische Musik, manchmal sogar ein bisschen Rock-Metal, in der Regel sind es aber schlichtweg: Kinderlieder! Begonnen haben wir mit der CD „Kribbel-Krabbel-Käferbeinchen“, die ich euch hier noch vorstellen werde. Dann kamen irgendwann „Die besten 50 Spiel- und Bewegungslieder“ dazu (Beitrag hier). Mit diesen zwei Alben haben wir uns also durch das erste Lebensjahr gesungen. Wie das aber dann manchmal ist: So lieb man einige Lieder gewinnt, so sehr kann man sie aber irgendwann auch nicht mehr hören. Es musste also kurz vor dem ersten Geburtstag dringend neue Musik her. Wie praktisch, wenn man dann Verwandte hat, die bereits  auf der Lauer nach Geschenkevorschlägen lagen. Die Botschaft lautete also: Schenkt uns eine schöne, neue Kindermusik. Lieder, die wir noch nicht kennen, die uns begeistern können, die zum Mitsingen und –tanzen auffordern, die uns Gefühle vermitteln und vielleicht auch ein bisschen leidenschaftlich sind. Denn das mag ich an Musik besonders, dass sie mir hilft, meine Gefühlswelt zu spiegeln, meine Spontanität und Intuition herauszufordern und herauszubefördern, v.a., wenn ich nach einem anstrengenden (halben) Arbeitstag erstmal ein bisschen abgestumpft in den Seilen hänge.

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Krümelmucke. Was soll ich sagen? Die Botschaft wurde erhört und bestmöglich umgesetzt! Wenn ich euch jetzt also von dieser CD vorschwärme, dann weil ich WIRKLICH begeistert bin. Die „Krümelmucke“ ist – ich zitiere jetzt von der Homepage: „Musik für die Kleinsten, die auch den Großen Spaß machen soll. Kleine Ohren brauchen Musik, die noch nicht zu überladen und kompliziert ist, an der es aber trotzdem viel zu entdecken gibt. Kleine Geschichten auf Ohrwurmniveau, Lieder zum Mitsingen, Zuhören und durchs Kinderzimmer tanzen, kurzum: KRÜMELMUCKE macht die Welt ein bisschen fröhlicher und bunter.“ Dem ist nichts mehr hinzuzufügen:

  • nicht zu überladen: Das viel mir sofort positiv auf. Manchmal sind Lieder ja fast unerträglich lang. Diese hier jedoch nicht. Völlig angenehme Mischung zwischen Wiederholungen und angemessener Kürze.
  • viel zu entdecken: Sowohl Texte als auch Musik sind sehr abwechslungsreich. Mal liebevoll-zärtlich wie beim „Kater Carlos“, mal voller Wortwitz die Kindersprache aufnehmend „Pillipallipullipups“ oder mit aller Mamaliebe wie bei „Krümelchen, Krümelchen ich erklär dir die Welt“.
  • Ohrwurmniveau: Exakt! Während ich hier am Schreibtisch sitze, sitzt gleichzeitig der „Ritter Regenschirm“ in meinem Ohr, „au auweia!“.
  • Mitsingen, Zuhören, Tanzen: Bei der auffordernd-dynamischen Melodie von „Ich und du und das Känguruh“ müssen wir einfach zusammen durch die Wohnung in imaginäre Pfützen hüpfen.
  • fröhlicher und bunter: Mit Krümelmucke wird selbst ein hartnäckiger Schnupfen erträglich. Der „Hase Hatschi“ zeigt uns eindrucksvoll wie aus (fast ein bisschen Selbstmit)Leid wieder Hoffnung und Lebensfreude erblühen.

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Schockiert war ich deshalb, als ich auf der Webseite der Krümelmucke, las, dass die Sängerin Christiane Weber (die übrigens aus Essen stammt) 2012 verstorben ist. Tief berührt haben mich die Worte, die das Krümelmucketeam dafür gefunden hat. Das Projekt „Krümelmucke“ wird übrigens vom Plattenlabel „POTTpeople“ vertreten, das die Ideen von Christiane Weber mit Leidenschaft weiterleben lässt. So finden bald Auftritte auf dem Burgplatz in Essen oder im Grammatikoff in Duisburg statt. Im Krümelkalender könnt ihr darüber hinaus immer nach aktuellen Auftritten Ausschau halten. Es ist also purer Zufall, dass „Krümelmucke“ „Kindermusik made im Pott“ ist. Ich hätte auch so dafür geschwärmt!

Schon jetzt bin ich ein bisschen traurig, falls das einzutreten droht, was bisher auch mit meiner liebsten aller Lieblingsmusiken passiert ist: Ich sehen mich nach etwas Neuem. Aber dann gibt es zum Glück Nachschub: Krümelmucke 2. Die habe ich neulich in der „Wohngemeinschaft“ in Rüttenscheid entdeckt. Der nächste Geschenkewunsch ist damit vorprogrammiert. Vielleicht auch noch das Songbook zur Musik mit Gitarrenakkorden. Dann muss ich endgültig die verstaubte Gitarre aus ihrem Versteck holen und sehen, ob etwas von einem spärlichen Jahr Gitarrenunterricht hängen geblieben ist.

Falls du jetzt neugierig geworden bist und einmal eine Hörprobe haben möchtest, dann schau doch hier:

Oder du kommst am besten am 19.9.15 um 12.30 Uhr zum Burgplatz, vielleicht sehen wir uns ja… Bis dahin, habt eine schöne, frühherbstliche Zeit!

Es grüßt euch,
Ruhrmama

Noch ein Nachtrag:

Zur Förderung von Kindermusik im Sinne von Christiane Weber ist übrigens die „Christiane-Weber-Stiftung“ gegründet wurden, die der Künstlerin gewidmet ist. Sie will „ab 2016 herausragende Produktionen und Kinderlieder prämieren und der Öffentlichkeit bekannt machen“. Gefördert werden sollen „Projekte, die Kinder zum singen, musizieren und texten animieren“. Dies tun wir ganz im Sinne von Christiane Weber, der die Stiftung gewidmet ist.

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