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Was kann ich tun? Sinnvolle Hilfen in Essen & anderswo #bloggerfuerfluechtlinge

„Was konkret kann ich tun, wenn ich etwas zur Verbesserung der Flüchtlingssituation in Essen beitragen will?“ Das habe ich mich in den letzten Tagen gefragt.

Dass ich etwas gespendet hatte, erscheint mir im Moment nur wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Oder wie ein kleiner Mini-Tropfen auf ein sehr großes, heißes Steinpflaster. Über die Medien, insbesondere Facebook, verfolge ich zur Zeit die aktuelle Hilfssituation in Essen. Es ist unglaublich zu lesen, was an verschiedenen Ecken der Stadt ehrenamtlich geleistet wird. Obwohl ich selbst bisher bis auf meine kleine Spendenaktion nicht weiter aktiv war, möchte ich an dieser Stelle gerne die Möglichkeiten aufzeigen, die man in Essen und darüber hinaus hat, um Hilfe zu leisten. Wer nicht in Essen wohnt, scrollt bitte einfach ans Seitenende. Wer aus Essen kommt, der liest bitte hier:

Was kann ich tun in Essen?

Zu allererst lohnt ein Blick auf die speziell eingerichtete Internetseite der Stadt Essen. Hier findet man allgemeine Informationen zur aktuellen Situation der Flüchtlinge internation, in Deutschland und speziell zu Essen.
Daneben gibt es eine Liste von Ansprechpartnern, die man kontaktieren kann, wenn man sich ehrenamtlich engagieren möchte. Hierin findet man E-Mail-Adressen von Ansprechpartnern der Diakonie, Caritas und von European Homecare*. Es gibt aber auch eine allgemeine E-Mail-Adresse, an die man sich wenden kann.

Außerdem hat die Stadt Essen ein Info-Telefon über das Amt für Soziales und Wohnen eingerichtet. Hier werden Anfragen zum ehrenamtlichen Engagement, Sachspenden, Wohnungen für Flüchtlinge, Anregungen und Beschwerden entgegengenommen.

  • Infotelefon: 0201.88-55555 (Mo bis Fr, 8 bis 16 Uhr)
  • Auch per E-Mail ist Kontakt möglich: fluechtlinge@essen.de

Informieren über die Situation in Essen kann man sich auch über die neu entwickelte App „Essen.kompakt“. Ziel der App ist vor allem das Handeln der Verwaltung transparent zu halten und Informationslücken zu schließen. Auch eine Art Marktplatz für ehrenamtliches Engagement könnte entstehen. Die App ist z.Z. noch in der Versuchsphase und soll auch zeigen, ob und wie ein solches Angebot von den Bürgern angenommen wird.

Neben der Stadt ist auch die Caritas im Bistum Essen mit Hilfsangeboten an der Flüchtlingshilfe beteiligt. Die Caritas-Flüchtlingshilfe e.V. hat zu diesem Zweck eine eigene Internetseite aufgebaut, die u.a. über die Möglichkeiten ehrenamtlicher Mitarbeit informiert. Ehrenamtliche Helfer werden v.a. in den folgenden Bereichen gesucht:

  • Möbellager: Organisation & Transport
  • Hilfe beim Kontakt mit Behörden
  • Deutschunterricht
  • Erzählcafé

Wenn man sich für eine Mitarbeit interessiert, dann kann man erstmal unverbindlich eine E-Mail schreiben, um einen Kontakt herzustellen. Auf der Internetseite kann man außerdem eine Informationsbroschüre für Ehrenamtliche herunterladen. Helfer werden hier immer gesucht, das große Problem zur Zeit ist allerdings, dass sowohl Räumlichkeiten limitiert als auch koordinierende Personen an ihre Grenzen bei Arbeitszeit und –kraft stoßen. Wenn hier Hilfe abgewiesen wird, bedeutet das nicht, dass keine benötigt wird, sondern dass es organisatorische Engpässe gibt.

Auch die Diakonie bietet Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements in der Flüchtlingshilfe. Darüber hinaus sind auch Sach- und Geldspenden sinnvoll, um die bestehende Arbeit zu unterstützen. Genauer informiert darüber:

  • E-Mail: m.bock@diakoniewerk-essen.de
  • Spendenkonto: Diakoniewerk Essen, Sparkasse Essen (BLZ 360 501 05), Konto-Nr. 217 919, Stichwort „Flüchtlingsberatung“

Neben den großen Verbänden engagiert sich speziell an der Flüchtlingsunterkunft (Noterstaufnahmeeinrichtung) im Opti-Gewerbepark die Bürgerinitiative „Willkommen in Essen“. Seit Ende 2014 betreibt die Initiative hier eine Kleiderkammer, in der Spenden gesammelt und dann den Bewohnern gegen Wertmarken ausgehändigt werden. Hilfe ist hier auf folgenden Weise möglich: Sachspenden, tatkräftige Unterstützung beim Sichten, Sortieren und Aushändigen der Waren. Dafür kann man sich in einen offene Terminkalender auf der Internetseite eintragen. HINWEIS: Aktuell ist keine Spendenannahme möglich, da aufgrund der hohen Anzahl an Spenden (mit einem recht hohen Anteil an nicht brauchbaren Spenden) Zeit und Raum rar geworden sind. Daher hilft hier, immer mal wieder auf der Internetseite nachzuschauen. Ich kann mir vorstellen, dass trotz verhängtem Spendenstopp z.B. Kinderwagen immer noch dringend benötigt werden. Im Zweifel sollte man vielleicht dennoch per E-Mail das Angebot machen.

Daneben lohnt auch immer wieder ein Blick auf die Facebook-Fanpage von „Essen packt an“. Diese Inititative engagiert sich vor allem in der Obdachlosenhilfe, es gibt aber immer mal wieder Hinweise auf Aktionen im Rahmen der Flüchtlingshilfe. So ist z.B. am Ruhrkolleg in Essen eine Integrationsklasse eingerichtet worden, für die Schulmaterial gesucht wurde.

Seit neuestem gibt es auch „Pack my Bag“. Diese tolle, private Initiative von Familien aus Essen sammelt alles, was zu einer Schulausstattung von Schulkindern gehört und erstellt daraus individuelle, komplette Schultaschen. Es sollen verschiedene Sammelstellen im Stadtgebiet aufgebaut werden. Auch Geldspenden werden benötigt. Was genau und wo gesammelt wird, erfahrt ihr auf der Internetseite der Initiative. Eine gute Sache, wie ich finde!

Ebenfalls relativ neu ist das 4-sprachige Kleinanzeigenportal „WelcomeNews“.  Hier können Angebote gemacht oder Gesuche aufgegeben werden. Übersetzer sorgen dafür, dass die Anzeigen jeweils in vier Sprachen lesbar sind. Die Initiative ist in Essen für Essen gegründet worden, wünscht sich aber die Ausweitung auch auf andere Städte.

Das ist zur Zeit der Überblick, den ich mir verschafft habe. Ich werde versuchen, ihn so gut es geht auf dem Laufenden zu halten.

Was kann ich generell tun?

Wer nicht in Essen wohnt, findet natürlich auch vielfältige Möglichkeiten, zu helfen. So gibt es in jeder größeren Stadt ähnliche Initiativen, über die ihr euch in erster Linie auf den Internetpräsenzen der Gemeinden bzw. Städte informieren könnt.

Eine gute Übersicht bietet auch das Informationsportal „Wie kann ich helfen?“. Dies ist eine privat betriebene Seite, die daher nicht den Anspruch von Vollständigkeit hat, aber eine tolle Übersicht über eine Vielzahl von Projekten und daneben auch einen hilfreichen FAQ-Bereich bietet.

Wer konkrete Hilfsangebote für Flüchtlinge machen möchte, der kann außerdem die Internetseite ichhelfe.jetzt nutzen. Hier kann man online ein konkretes Hilfsangebot (Zeit- oder Sachspende) für seine Stadt abgeben, die Plattform gibt dieses dann an Hilfsorganisationen weiter, die Flüchtlings-Camps aufbauen und betreuen oder auf andere Art und Weise in der Flüchtlingshilfe aktiv sind. Schön: Auch Wortspenden sind möglich, z.B. ein klares Statement oder ein Willkommensgruß.

Auch mobil kann man spendend tätig werden. Die App „helphelp2“ zum Beispiel beantwortet die Frage „Welche Sachspende wird aktuell wo benötigt?“. Man kann Spendenannahmestellen und deren Bedarf an Spenden in der eigenen Stadt recherchieren. Die kostenlose App gibt es im:

Wer sich vorstellen kann, einen Flüchtling bei sich zuhause aufzunehmen und ein freies Zimmer hat, kann dies auf der Internetseite „Flüchtlinge Willkommen“ tun. Der freie Wohnraum wird gemeldet, die Organisation sucht einen Kooperationspartner auf Stadtebene, der Wohnraum & Flüchtling zusammenführt. Interessant: Mietmitfinanzierungen sind möglich.

Ebenfalls einen guten Leitfaden für mögliche Hilfen bietet die Initiative „Blogger für Flüchtlinge“. Diese sammelt über betterplace.org auch Spenden, für die eine Spendenquittung ausgestellt wird und deren Gesamtsumme man verfolgen kann. Das Ziel sind 250.000 Euro. Aktuell sind 107.000 davon bereits gespendet worden. Schön finde ich, dass transparent gemacht wird, wofür das Geld der Spender eingesetzt wird. Das Spenden ist übrigens ganz einfach, ich hab’s gerade ausprobiert. Da man mit seinem Paypal-Konto bezahlen kann, vergingen keine 5 Minuten und ich hatte Geld an die Inititative überwiesen. Dies sind 23 Euro, nur ein kleiner Tropfen. Aber ihr wisst schon, vom steten Tropfen und dem Kleinvieh.

Besonders (weil für Kinder) finde ich auch die Initiative „Illustratoren für Flüchtlinge“. Sie hat sich zur Aufgabe gemacht, besonders für Kinder aktiv zu werden und Helfern und Pädagogen für ihre Arbeit kostenlos geeignetes Arbeitsmaterial bereitzustellen. Dies sind Bilder, die ausgemalt, angeschaut oder über die etwas erzählt werden kann. Die Facebookseite zeigt einige der hierüber entstanden Bilder.

Ebenfalls an Kinder gerichtet ist das vom Verlag arsedition kostenlos zur Verfügung gestellte „WillkommensABC“, ein Buch für Flüchtlinge und Helfer, das Kindern hilft, erste Wörter der deutschen Sprache zu erlernen.

Eine weitere Aktion wurde von Mamikreisel in Zusammenarbeit mit „Meine Spielzeugkiste“ ins Leben gerufen: #mitdirteileichgern. Hier werden speziell Kindersachen gesammelt, die man einschicken kann (Spielsachen, Kleidung, Ausstattung), professionell gereinigt und an Hilfsorganisationen für Flüchtlinge verteilt.

Aktualisierungen folgen. Fehlt etwas? Dann schreib mir doch bitte…

Viele Grüße
Ruhrmama

*Anmerkung: European Homecare ist ein privates Unternehmen, das Flüchtlingsheime betreibt. Es ist im vergangenen Jahr skandalhaft in die Medien geraten, nachdem schwere Missstände in verschiedenen, vom Unternehmen betriebenen Flüchtlingsheimen in NRW bekannt wurden.

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