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Unser Besuch beim Kinderkonzert in der Philharmonie

Auf dem Spielplatz: „Waren Sie nicht auch letzten Samstag in der Philarmonie?“ Ich frage mich kurz, woher mein Gesprächspartner, den ich nicht kenne, das nun weiß, aber dann kommt schon die nächste Frage: „War das nicht Ihr Kind, das da vorne auf der Bühne rumgelaufen ist?“ Doch, ja, upsi… das Ruhrkind war’s.

Die Philarmonie in Essen bietet für Kinder verschiedener Altersstufen spezielle Kinderkonzerte. Es gibt Konzerte für Babys bis 1 Jahr, Konzerte für Kinder von 1 bis 3 Jahren oder von 3 bis 6 Jahren, sowie Veranstaltungen, die geeignet sind für Kinder ab 6 bzw. 10 Jahren.

Vor gut einem Monat haben wir das Kleinkinderkonzert „Alle Wetter – und das an einem Tag“ besucht. Und seit rund zwei Wochen versuche ich nun schon einen Beitrag darüber zu schreiben, aber es fällt mir schwer… Ich finde nicht die richtigen Worte, das Konzert hat bis auf einige Momente keinen bleibenden Eindruck hinterlassen :(

Nach dem Einlass haben wir uns zunächst in Mitten der vielen roten Sitzkissen, die auf dem Boden verteilt waren, ein Plätzchen gesucht.

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Vorne auf der Bühne standen ein Klavier und Tische mit Kisten voller Musikinstrumente. Bis zum Beginn des Konzerts herrschte noch ein ordentliches Gewusel, viele Kinder standen vorne an den Tischen und probierten die Musikinstrumente, einige saßen und haben noch etwas gegessen und getrunken, andere erkundeten den Saal mit den – uiiiii- soooo hohen Decken und Vorhängen.

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Dann hieß es Vorhänge zu, Platz nehmen auf Kissen oder Stühlen und „Bühne“ frei für die Musiker. Eine richtige Bühne gibt es im RWE-Pavillon nicht, vielmehr wird einfach nur ein bestimmter Bereich auf gleicher Ebene mit dem Publikum für die Vorführungen genutzt. Die Kinder konnten so theoretisch jederzeit zu den Musikern hingehen und sich dazusetzen oder mitmachen.

„Alle Wetter“ war der Name des Konzerts und so wurde der Blick nach draußen gelenkt, wo die Wolken am Himmel vorüberzogen. Gewitter, Regen, Wind, Schnee – all diese Wetterphänomene wurden musikalisch aufgegriffen und den Kindern nahegebracht. Die Stücke für das Konzert wurden eigens hierfür geschrieben.

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Für das Ruhrkind stand ziemlich schnell fest: Ich muss da vorne hin, ich muss dahin, wo die Musik spielt! Und so konnten wir wieder mal nur staunen, wie schnell das Ruhrkind sich seinen Weg durch die vielen Kissen bahnte. Vorne angekommen stand der kleine Knirps nun vor der Sängerin, hatte nur Augen für deren Teddy, zeigte darauf und rief immer wieder „Bär! Bär!“ Der geflüsterten Aufforderung „Komm‘, setz‘ dich doch hierhin…“ Folge zu leisten, kam gar nicht in Frage.

Nachdem das Ruhrkind nun doch längere Zeit auf der Bühne verbrachte, stieg meine innere Unruhe und das Gefühl, dass es doch stören könnte und somit bin ich rasch nach vorne und habe das zeternde Kind an der Hand von der Bühne gezogen. Hier hätte ich mir vor dem Konzert doch ein paar einleitende Worte gewünscht, die dem Publikum zum einen den Ablauf des Konzerts erläutern und zum anderen erklären, ob die Kinder auf der Bühne mitmachen dürfen oder lieber auf den Sitzkissen sein sollten. Da neben unserem nur noch ein weiteres Kind die Bühne rockte, war ich mir da etwas unsicher. Im späteren Verlauf des Konzertes war zumindest klarer, dass die Kinder mitmachen durften, wenn z.B. bei Schnee im Winter der Teddy auf dem Schlitten einmal durch den Saal fahren durfte.

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Im Anschluss an die ca. 45-minütige Vorführung gab es die Möglichkeit für die Kinder, sich vorne ein Instrument zu nehmen und damit selber Musik zu machen. Spätestens jetzt wurde es laut, bunt und trubelig.

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So trubelig, dass das Ruhrkind als wir die Philarmonie verließen, einen nicht enden wollenden Schreikrampf (und das meine ich auch so) bekam, obwohl es bis dahin eigentlich recht viel Spaß hatte. Reizüberflutung vermute ich – das war dann wohl doch etwas zu viel…

Mein Fazit: Ein prinzipiell schönes Konzert, bei dem wir Spaß hatten. Dennoch hätte ich mir mehr Klarheit über den Ablauf im Vorhinein gewünscht. Die Musik fand ich, die ich keine besonderen Musikkentnisse habe persönlich nett, aber auch nicht besonders ansprechend oder mitreißend. Der Eintrittspreis ist sicher angemessen, allerdings kommt man bei zwei Erwachsenen und zwei Eltern auf 33 Euro für 45 Minuten Konzert. Ein Angebot also, dass viele nicht so einfach werden wahrnehmen können.

Wer ein solches Konzert besuchen möchte, der sollte auf jedenfall die Karten weit im Voraus bestellen, da die Kinderkonzerte in der Philharmonie relativ früh ausgebucht sind. Achtet außerdem darauf, dass ihr auch Karten für Eure Kinder bestellt und rechnet damit, dass es Eurem Kind vielleicht auch nicht gefällt, sodass keine Enttäuschung aufkommt, falls ihr das Konzert nicht bis zum Ende mitmachen könnt.

Kinderkonzerte in der Philharmonie Essen
für verschiedene Altersstufen

Wart ihr auch schonmal bei einem Kleinkinderkonzert in der Philarmonie oder woanders? Was sind Eure Erfahrungen?

Viele Grüße

Ruhrmama Sign

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