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Familienurlaub im Baltikum: Tallinn, Pärnu und Estland (Teil 2/2)

Dies ist der zweite Teil unseres Baltikum-Reiseberichts. Den ersten Teil findet ihr hier: „Familienurlaub im Baltikum: Riga und Lettland (Teil 1/2)“

Und dann kommt auch schon Estland. Direkt mit Grenzübertritt wird klar: Hier ist mehr Geld geflossen nach der Wende, hier ist alles ein bisschen moderner und chicker als in Lettland. Ein bisschen skandinavisch. Die Straßen z.B. werden schlagartig besser. Wir steuern Tallinn an.

Tallinns Altstadt hat sich sichtlich herausgeputzt. Toll sieht das aus, bedeutet aber auch viel mehr Touristen als in Riga und ist uns schon fast wieder zu viel, nach der ganzen Ruhe der letzten Tage.

Überhaupt finden wir das am Besten bisher: diese Ruhe, wenige Menschen, wenig Hektik (von verstopften Straßen in Riga abgesehen), das Gefühl die Autobahnen gehörten uns alleine :-)

Tallinn gefällt uns nach kurzer Zeit immer besser und besser: Wir gehen den Domberg hinauf, blicken über die Altstadt, fahren an den Stadtrand in den grünen Vorort Kadriorg und besuchen Tallinns Badestrand.

Viel Sonne und trotzdem zu kalt zum Baden. Ein Badeurlaub ist das nicht, aber barfuß im Sand und mit den Füßen im Wasser ist auch schön, auch wenn ich das Schwimmen ein wenig vermisse.

Wenn man Tallinn besucht, dann ist Kadriorg super für Kinder: grüne Wiesen, das Meer in der Nähe, ein großer Spielplatz und ein kleiner Vergnügungspark – da kommt das Ruhrkind voll auf seine Kosten.

Empfehlenswert: Das Kindermuseum „Miiamilla“ v.a. für kleinere Kinder – es ist klein, aber liebenswert gemacht.

Auch Tallinn hat eine „Hipster Area“:  Das Kreativenviertel Telliskivi.

 

Hier gibt es viel zu entdecken:

Ganz entspannte Atmosphäre, nette Läden, auch ein schöner Store für Kindersachen („Nona„) und Street-Food-Gastronomie. Und man kann mit Kind super gut essen gehen, z.B. im Peatus. Kostenloses WLAN im öffentlichen Raum ist in Estland übrigens Standard, denn die estnische Verfassung garantiert ihren Bürgern den Zugriff auf das Internet.

Am stärksten beeindruckt hat uns der „Balti Jaam Train Station Flea Market“, ein russischer Markt, den man auf jeden Fall besuchen sollte.

Noch mehr Insidertipps wie diesen kann man hier gut nachlesen.

Einen Ausflug von Tallinn aus ist auf jeden Fall die naturbelassene Küste von Keila-Joa wert. Hier kann man u.a. einen schönen Wasserfall in einer Parklandschaft aus dem 19. Jh. bestaunen, durch wilde Wälder wandern und schöne Sandstrände entdecken.

Was mir sehr am Herzen liegt ist das Restaurant „Umami„, das ich euch noch unbedingt bei einem Aufenthalt in Tallinn empfehlen möchte. Hier kann man in einem wunderschönen Apfelbaumgarten mit Kind wundervoll, ja wenn nicht fantastisch lecker essen und das verhältnismäßig günstig. Wenn Tallinn, dann Umami :-)

Von Tallinn aus lässt sich auch prima ein Teil der estnischen Natur erkunden, wie z.B. bei einer Wanderung durch ein Moor. Auf der offiziellen Tourismus-Seite Estlands „visit estonia“ kann man sich super über alles Wichtige rund um die Reise informieren von schönen Unterkünften bis zu interessanten Ausflugszielen.

Wir haben dort extra nach einer buggykompatiblen Wanderung gesucht und so eine leicht zugängliche Wanderstrecke durch das Hochmoor Viru gefunden (Fahrzeit von Tallinn aus: ca. 45 min., Standort: Kuusalu vald, Harju maakond, Dauer: 6 km Länge über einen Bohlenweg bis zu einem Aussichtsturm).

So konnten wir einen Großteil des Weges alle zusammen laufen, inklusive Buggy.

      

In guter Erinnerung ist mir auch ein Ausflug nach Jõelähtme geblieben. Dort kann man bei einer kleinen Wanderung einen alten verlassenen Leuchtturm anschauen.

Als Start- und Endpunkt der kleinen Wanderung eignet sich für Familien gut das Familienrestaurant „Wana Kala Kõrts“ (Neeme küla, 74226 Jõelähtme) mit Spielplatz in der Nähe.

Auch mit unserer Airbnb-Ferienwohnung in Tallinn hatten wir Glück: sehr sauber, modern und mit großer Spielkiste ausgestattet.

Ach, die Tage gingen einfach zu schnell und wenn ich jetzt so schreibe, dann überlege ich ernsthaft, ob wir den nächsten Urlaub wieder dort verbringen sollen. Leider stehen nur noch andere Reiseziele auf meiner Liste und so bin ich mir nicht ganz sicher, ob es ein baldiges Wiedersehen mit dem Baltikum gibt. Was eigentlich sehr schade wäre…

Am Ende unsere kleinen Baltikums-Tour stand jedenfalls der Küsten- und Badeort Pärnu, wo wir herzlich in einer sehr geschmackvollen Wohnung empfangen wurden. Und wie schön die eingerichtet war! Von außen sozialistische Platte und von innen ein Traum in Weiß und Holz :)

Auch in Pärnu hatten wir leider nicht das Badewetter, das ich mir still und heimlich herbeigesehnt hatte, auch wenn mir klar war, dass das Risiko kalter Temperaturen im Baltikum immer da ist.

Ein Tipp noch zum Schluß: Da Airbaltic für unseren Buggy im Gegensatz zu anderen Airlines einen satten Aufschlag wollte, haben wir uns entschieden, einen Buggy über eine Verleihfirma für Baby Ausstattung zu leihen: Bei Okid in Riga konnten wir problemlos vorher reservieren und dann wie vereinbart unsere Sachen (wir haben noch ein Baby-Reisebett dazu genommen) abholen.

Tschüss, Estland – tschüss, Baltikum!

Liebe Grüße

2 Kommentare

  1. Atemberaubend, überzeugend und einfach nur schön!
    Unsere Kids liiiieben die Ostsee (weil sie nicht „wegläuft“) und wir sind fast jedes Jahr im Sommer irgendwo an der Ostsee.
    Baltikum steht definitiv auch noch an – ist die Reiseplanung für die verschiedenen Länder sehr aufwändig gewesen?

    Lieben Gruß,
    Daniel

    • Hallo Daniel, „weglaufen“ sehr schön :) So zwei, drei Tage haben wir schon mit der Planung verbracht, aber der Vorteil des Baltikums ist ja, dass es klein und überschaubar ist… LG

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