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Hallo Schrebergarten! Gartenzwerge unter sich

Hallo, ich bin Saskia, eine Freundin der Ruhrmama. Selbst aufgewachsen am Rande des Potts, bin auch ich nun Mutter eines Ruhrkinds, eine andere Ruhrmama sozusagen. Ich bin eine richtige Öko-Mutti und mache das sogar beruflich! Ich interessiere mich für alles, was mit Natur, Blumen und Tieren zu tun hat und bin, wann immer es geht, in der Sonne. Nun versuche ich mich als Co-Autorin und helfe der Ruhrmama MiE weiter mit Leben zu füllen und über all die schönen Dinge zu berichten, die man in Essen mit Kind so erleben kann.

Auch wenn Essen die grünste Stadt des Ruhrgebiets ist, fragt man sich manchmal angesichts rollender Blechlawinen und grauer Häuserfronten schon, wo ein Ruhrkind denn mal ein bisschen Grün erleben könnte. Und damit meine ich richtiges Grün und keinen Spielplatz mit ein paar Büschen drum herum. Über die Gruga wurde natürlich bereits ausführlich berichtet, aber die liegt auch nicht unbedingt bei jedem vor der Haustür…

Wer nicht in einem Häuschen mit eigenem Garten lebt, dem bietet sich in fast jedem Stadtteil Essens die Möglichkeit einen Kleingarten zu pachten. Kleingarten? Ohje, Spießigkeit hoch drei? Nicht ganz… Die Kleingärtnerei erlebt einen Boom wie schon lange nicht mehr, derzeit findet ein Generationenwechsel in den Anlagen statt. In fast jede Parzelle, die frei wird (häufig altersbedingt) „zieht“ eine junge Familie ein.

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Doch jetzt mal ganz von vorne…

Kleingärten, oder Schrebergärten sind Anlagen mit Gartenparzellen, die von einem Verein an seine Mitglieder verpachtet werden. Pachtet man also einen dieser Gärten wird man automatisch Vereinsmitglied!

Der Stadtverband Essen der Kleingärtner e.V. vertritt 107 Kleingartenvereine, diese wiederum haben teilweise mehrere Anlagen. Die Essener Kleingartenanlagen sind zusammen über 300 ha groß und damit fünfmal so groß wie die Gruga (nachzulesen auf der Homepage des Stadtverbandes).

Wir haben unseren Garten wenige Monate vor der Geburt unseres Mini übernommen. Das kam ganz zufällig, da wir umgezogen sind und direkt hinter dem Haus eine Kleingartenanlage ist, hat sich das so ergeben. Man zahlt eine jährliche Pacht, sowie Strom- und Wassergebühren an den Verein. Diese Kosten belaufen sich aber nur auf wenige hundert Euro im Jahr. Die Übernahme eines gut gepflegten Gartens, inkl. Laube, Gartengeräte und Pflanzenbestand kann allerdings einige 1000 € kosten… Wenn man den Garten in ähnlichem Zustand wieder abgibt, bekommt man dieses Geld vom nächsten Pächter jedoch zurück.

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Wir haben diese Investition noch keine Minute bereut. Gerade mit Kind ist ein eigener Sandkasten, eine Schaukel am Apfelbaum und an heißen Tagen natürlich ein Planschbecken, Gold wert! Und die ersten tapsigen Schritte auf dem eigenen Rasen bleiben auch ganz besonders in Erinnerung. ;)

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Die Tages- oder Jahreszeit spielt dabei eigentlich keine Rolle, im Garten kann man immer etwas erleben:

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Neben dem Freizeit- und Erholungswert, den so ein Garten ohne Frage hat, kommt für uns an erster Stelle das eigene Obst und Gemüse. Garantiert BIO, dafür mal mit Wurm, lernt Mini schon mit einem Jahr, an welchem Strauch Himbeeren wachsen und an welchem die Blaubeeren.

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Und dass man das Stachelbeeren pflücken lieber der Mama überlässt. Die Sträucher pieksen aber wirklich fies… Zum Mittagessen frischen Spinat mit Kartoffeln, Zucchini oder Brokkoli, es gibt fast nichts, was man nicht selbst anbauen könnte.

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Wer jetzt denkt, äähhh, Moment, aber ich habe keine Ahnung von Blumen, Bäumen und Gemüse… Im Kleingarten hilft man sich. Ratschläge bekommt man (auch ungefragt…) von allen Seiten und niemand erwartet, dass schon im ersten Jahr alles gelingt. Total verwildern sollte der Garten natürlich auch nicht, aber zwischen täglich frisch geharkten Beeten und Wildnis liegen ja einige Stufen.

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Und wie ist das mit Regeln? Ja, es gibt eine Gartenordnung, die kann man sich auch online beim Stadtverband mal anschauen. In der Praxis sieht aber vieles einfacher aus, als es sich in der Gartenordnung liest. Ein Absatz gefällt uns ganz besonders: Spielende Kinder und die damit verbundenen Geräuschentwicklungen sind zu tolerieren.“

Unsere Erfahrung zeigt: ein paar freundliche Worte mit den Nachbarn helfen bei Unstimmigkeiten und spätestens beim Vereinsfest lernt man sich besser kennen. Es kann sinnvoll sein, bevor man einen Kleingarten pachtet, darauf zu achten, ob die Anlage kinderfreundlich ist. Sind unter den anderen Pächter viele Familien oder sind Pächter mit Kindern deutlich in der Minderheit? Das muss natürlich nichts heißen, aber kann trotzdem entscheidend sein darüber, wie wohl man sich später in der Anlage und mit den Nachbarn fühlt.

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Falls du nun darüber nachdenkst, auch Schrebergärtner zu werden, findest du auf der Homepage vom Stadtverband Essen alle nötigen Infos und aktuell freien Gärten. Es empfiehlt sich immer, direkt den Vereinsvorsitzenden des in Frage kommenden Vereins anzusprechen, die Kontaktdaten sind auch alle online. Häufig gehen die Gärten auch über Mundpropaganda an die nächste Familie, oder es wird ein Nachpächter bei ebay Kleinanzeigen gesucht. Also Ohren und Augen offen halten und beim nächsten Spaziergang einfach mal nachfragen.

Ich mach jetzt Schluss, muss noch Apfelmus kochen, die Apfelernte ist dieses Jahr wieder richtig gut! ;)

Homepage des „Stadtverband Essen der Kleingärtnervereine e.V.“

 

Viele Grüße
Saskia

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