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Wie funktioniert Zamaro? Ein Testbericht über meine Erfahrungen mit dem online Fashiontauschshop

Irgendwann einmal bin ich beim Netzsurfen auf Zamaro aufmerksam geworden. Zamaro ist ein Onlinetauschshop für Kleidung und Accessoires, der sich selbst “Fashion Swap Shop” nennt und damit wirbt, dass man „Kleidung einfach einsenden und tauschen kann, dabei aus über 200.000 Fashion Tauschartikeln auswählen und nur Verpackung und Versand“ zahlt. Das klingt ja erstmal nicht schlecht, denn es bedeutet, dass man seine Schrankhüter sofort los ist und dafür etwas anderes erhält. Anders als bei Ebay spart man sich Beschreibung und Fotos und die Paketgebühr fürs Hinsenden zahlt Zamaro. Erstes Manko allerdings: Um im Katalog zu schauen, ob auch etwas Interessantes dabei ist, muss man sich anmelden und auch Sachen eingeschickt haben. Irgendwann habe ich das dann gemacht und berichte heute – in Form eines kurzen Testberichts – von meinen Erfahrungen.

Eingeschickt habe ich: Shirts, Strickjacke, Halstücher, Outdoorjacke der Marken Esprit, S. Oliver, Hema, Vero Moda und Unkown. Dafür erhalten habe ich 360 Punkte. Und eine Paypal-Gutschrift in der Höhe von 10 Euro, im Rahmen einer Zamaro-Aktion.

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Das ist erstmal eine gute Basis, um mir neue Dinge auszusuchen, wie ich heute feststelle. Ich logge mich also bei Zamaro ein, mit dem Hintergedanken ein paar T-Shirts für den Sommer, vielleicht einen Parka und eine Jeans zu finden. Dann geht die Suche los. Bei den Parkas versuche ich mein Glück, erhalte aber in meiner Wunschfarbe oliv/grün/beige und in meiner Kleidergröße nur eine handvoll Ergebnisse mit den Marken unknown, okay, Head, bonprix, clockhouse, review, your sixth sense, rainbow. Wirklich schön finde ich keinen davon. Also weiter: Eine schöne rote Handtasche wäre ja nicht schlecht: Auch hier ganz viel unknown, dann Venetto, Stefano, Pimkie. Das war jetzt eigentlich nicht meine Vorstellung. Irgendwann entdecke ich eine kleine rote Ledertasche, die 25 Punkte kostet.

Ich klicke die Beschreibung an, aber leider gibt es nur den Vermerk „wie Neu“, keine Größenangabe, keinen Materialhinweis, was bei Taschen aber sehr interessant zu wissen ist. Dann klicke ich mich durch die T-Shirts, bleibe bei der Marke Esprit hängen, denn da weiß ich in etwa, welcher Schnitt und welche Größe mir passen. Inzwischen bin ich schon eine dreiviertel Stunde bei Zamaro und habe nur drei Teile im Warenkorb. Was die Suche erschwert: Es gibt keine Freitextsuche und keine Mehrfachauswahl bei Größe, Farbe oder Marke. Irgendwann steige ich auf H&M-Shirts um und siehe da, es finden sich einige und die landen dann auch schnell im Warenkorb. Nach einer Stunde Sucherei bin ich es nun leid und möchte einfach nur bezahlen. Dann der Schock: Für meine Auswahl muss ich 64 Euro zahlen, davon 59 Euro Packgebühr und 5 Euro Versand. Erst will ich abbrechen, dann rechne ich nochmal durch: Insgesamt 15 Teile, davon 2 Sommerhosen von Esprit, die relativ neu aussehen, okay ich zahle. Außerdem habe ich keine Lust, noch mehr Zeit zu investieren. Der Großteil der Gebühren entsteht durch die 3,90 Euro Packgebühr, die man pro Artikel zahlen muss. Das wäre bei einem Mantel von Mexx okay, finde ich aber bei einem Shirt von H&M, das zwar neu, aber aus vergangenen Kollektionen stammt, unverhältnismäßig. Ich bin also gespannt auf das Paket, das ich bald erhalte, und was ich machen kann, wenn mir die Sachen doch nicht gefallen oder passen.

Heute ist es soweit: Das Zamaro-Paket ist angekommen. Die Vorfreude ist groß, wie immer, wenn ich ein Paket auspacken darf :-)

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Also packe ich aus und stapele erstmal alle meine 15 Teile aufeinander. Eine Packliste liegt bei und Angaben, was im Falle einer Rücksendung zu tun ist: Die Retoure zahlt der Käufer, es sei denn er schickt mehr als 10 Teile zurück. Das kann man dadurch erreichen, dass man alles wieder zurücksendet oder dass man einen Teil behält und dafür andere Sachen aus seinem Kleiderschrank wiedereinschickt. In diesem Fall kann man das Retourenticket kostenlos auf der Zamaro-Homepage ausdrucken.

Dann geht’s los: Alles wird sorgfältig begutachtet und anprobiert. Die Teile sind zum Großteil wirklich in einem sehr guten Zustand, allerdings hat eine Esprit-Sommerhose ein paar weiße Flecken. Mal sehen, ob die beim Waschen rausgehen. Die ersteigerte Tasche ist eine ältere Tasche, was ich sofort am Geruch erkenne. Sie war von Zamaro als “Unkown” gekennzeichnet, stammt aber von der Vintage-Marke “Enny” und damit (nach meiner Recherche) aus den 70er-/80er-Jahren. Sie ist so gut wie neu, aus echtem Leder und bei einem anderen Onlineshop oder der “Reh.belle” in Rüttenscheid hätte ich dafür 25-45 Euro bezahlt. Ein Schnapper also, auch wenn der Ruhrpapa sie “nicht so schön” findet. Ein weiteres Shirt von H&M hat einen stark muffeligen Geruch, sodass ich es sofort in den Wäschesack tue. Enttäuscht bin ich von dem Sommerkleid, das aussieht als hätte ich einen Kartoffelsack an. Als ich in das Schild schaue, wird mir klar warum: “Esprit Maternity”, also Umstandsmode. Das war von Zamaro leider nicht angegeben.

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Der Rest der Kleidung ist in sehr gutem Zustand, allerdings – wie ich es mir gedacht hatte – gefallen oder passen mir von den insgesamt 15 Teilen nur 9. Zurücksenden werde ich die restlichen 6 allerdings nicht, denn dann müsste ich die Versandkosten tragen oder vier weitere Teile in das Paket tun. Dann würde ich neue Punkte bekommen, die ich dann wieder ausgeben könnte. Aber wer weiß, wie mir die Sachen dann gefallen oder stehen. Wirklich überzeugt bin ich also leider nicht. So bleibt es bei 9 tollen Teilen, von denen die Esprit-Sommerhose das Zeug zur Lieblingshose und die kleine rote Tasche mein Herz erobert hat.

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Nun noch zu den Kosten: Wenn ich jetzt also die 64 Euro für 9 Teile, die ich effektiv nutzen werde, berechne, macht das im Schnitt 7,11 Euro pro Teil. Das ist eigentlich okay. Wenn ich jetzt den Preis z.B. für die Esprit-Sommerhose plus Tasche plus die H&M Jeans (die ich auch ganz schön finde) nehme, habe ich die 64 Euro wieder heraus. Mh, okay, vielleicht bin ich doch überzeugt!?

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Ein Nachtrag noch zum Alter der Sachen: Wie man an den Esprit-Labeln sehen kann, ist alles dabei: Von ganz alt bis ganz aktuell. Das älteste Teil müsste dem Label nach zu urteilen, mindestens 15 Jahre alt sein, ist aber trotzdem in neuwertigem Zustand. Das hatte wohl jemand richtig lange im Schrank liegen ;-)
Wie bereits oben erwähnt, ist es schade, dass man das nicht bereits beim Bestellvorgang erkennen kann, denn die Artikelbeschreibung ist ja quasi nicht vorhanden.

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Hier also abschließend meine Pro & Kontra-Liste, basierend auf meinen eigenen Erfahrungen, die bei jemand anderem wieder anders ausfallen können. Andere Erfahrungen hat aber zum Beispiel die Mama vom Blog Kinderdings gemacht.

Pro Kon
  • schnelles, kostenloses Einsenden ungeliebter Schrankhüter
  • alles wurde angenommen und fair bewertet
  • man spart aufwändiges Beschreiben und Fotografieren, wie beim Verkauf z.B. bei Ebay oder Kleiderkreisel nötig
  • ab und zu auch Umstandsmode (h&m mama), allerdings nicht als eigene Kategorie
  • die Sachen können sofort verkauft und gekauft werden, man spart sich dadurch das Warten auf ein Auktionsende oder das Anfragen bei einem Verkäufer für ein Einzelteil
  • man kann unkompliziert ein Paket aus mehreren Sachen zusammenstellen
  • die Punkte, die man zahlt, sind fair, z.B. 14 Punkte für ein Shirt, 25 43 Punkte für eine Sommerchinos
  • der Preis insgesamt ist gegenüber einem Neukauf okay, pro Teil habe ich im Schnitt 7,11 Euro gezahlt
  • man kann echte Schnäppchen machen und Lieblingsteile erobern
  • keine Aufstellung, welcher Artikel der eingesendeten Ware mit wie vielen Punkten bewertet wurde
  • keine Details zu den Artikeln (bei Taschen fehlt z.B. die Größe oder das Material)
  • keine Freitextsuche
  • keine Mehrfachauswahl bei Größe, Farbe oder Marke
  • wenig Markenartikel in meinen Größen M und L
  • viele unkown Marken, daneben Billig-Label wie blue motion (aldi süd), pimkie, tcm (Tchibo), janina (kik), gina benotti (ernstings family)
  • Umstandsmode als eigene Kategorie fehlt
  • detaillierte Einsicht in den Katalog erst nach Einsenden von Ware
  • weniger hochwertige Auswahl als z.B. bei Ebay oder Kleider-/Mamikreisel
  • hohe Packgebühren, unabhängig von der Art des Artikels; dies ist gerade bei T-Shirts z.B. von tcm mit 3,90 Euro unverhältnismäßig
  • relativ langwierige Suche nach schönen Artikeln
  • einige Teile hatten kleine Fehler oder einen schlechten Geruch oder waren – nicht gekennzeichnet – Umstandsmode

 

Mal sehen, ob ich Zamaro noch einmal nutzen werde. Momentan finde ich demgegenüber andere Plattform wie Ebay (genauere Beschreibung, transparentere Preise) oder Kleiderkreisel (faire Preise, bessere Auswahl) für mich sinnvoller.

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Essen, Ruhrgebiet, Deutschland, Europa, irgendwo auf der Welt: Eine Geographin, die mal Redakteurin war, ist neuerdings Mama, kann aber die Finger nicht vom Schreiben lassen.

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